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Oper · 1996

Eugen Onegin

P.I. Tschaikowsky

Landestheater Linz

Frühe Tschaikowsky-Inszenierung am Landestheater Linz.

Eugen Onegin - Illustration von Elena Samokisch-Sudkowskaja, 1918 / Public Domain
Eugen Onegin - Illustration von Elena Samokisch-Sudkowskaja, 1918 / Public Domain

Team

Inszenierung
Jasmin Solfaghari

Konzept & Wirkung

„Eugen Onegin“ am Landestheater Linz gehört zu den frühen Opernarbeiten Jasmin Solfagharis. Tschaikowskys Puschkin-Oper ist ein Stück über verpasste Gegenwart: über eine junge Frau, die zu früh zu viel wagt, und einen Mann, der erst dann empfindet, wenn die Möglichkeit unwiederbringlich vorbei ist.

Intimität statt Effekt

Onegin verlangt eine Regie, die große gesellschaftliche Formen und kleinste seelische Bewegungen zugleich ernst nimmt. Briefszene, Ball, Duell und Schlussbegegnung sind keine bloßen Stationen, sondern Veränderungen im inneren Klima der Figuren.

Tatjanas Blick

Im Zentrum steht Tatjanas Weg von der Projektion zur Selbstbehauptung. Eine tragfähige Inszenierung muss ihre erste Offenheit genauso schützen wie ihre spätere Grenze. Gerade darin liegt die moderne Schärfe des Werks.

Wiederkehrendes Repertoire

Dass Solfaghari „Eugen Onegin“ später in ihrem „Crashkurs Oper“ unter den verzweifelt Liebenden behandelt, zeigt eine fortgesetzte Beschäftigung mit dem Werktypus: Oper als Raum, in dem Liebesentscheidung, Erinnerung und gesellschaftliche Form aufeinanderprallen.

Presse

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