Zeitgenössische Oper · 2012
L'absence
Sarah Nemtsov
Münchner Biennale
Uraufführung bei der 13. Münchener Biennale für neues Musiktheater.
Team
- Musikalische Leitung
- Rüdiger Bohn
- Inszenierung
- Jasmin Solfaghari
- Bühne
- Etienne Pluss
- Kostüme
- Florence von Gerkan
Konzept & Wirkung
Sarah Nemtsovs „L'absence“ wurde 2012 bei der Münchener Biennale uraufgeführt. Nach Edmond Jabès' „Buch der Fragen“ verhandelt das Musiktheater Verlust, Erinnerung, jüdische Geschichte und die Frage, ob traumatische Abwesenheit überhaupt erzählbar ist. Jasmin Solfaghari inszenierte den Abend als Folge von Fragmenten, Begegnungen und transparent getrennten Räumen.
Fragment als Form
Die Inszenierung nimmt die gebrochene Text- und Klangstruktur ernst. Statt psychologischer Geschlossenheit entstehen Schlaglichter: Figuren treten auf, verschwinden, werden verdoppelt oder durch Wände voneinander getrennt. Gerade diese Bruchstücke bilden den szenischen Zugang zu Nemtsovs Partitur.
Begehbares Buch
Etienne Pluss' Bühnenraum arbeitet mit mobilen, transparenten Elementen und neonartigen Linien. Er wird zum begehbaren Buch, in dem Seiten, Erinnerungen und Körper neu angeordnet werden. Solfagharis Regie nutzt diese Beweglichkeit als visuelle Grammatik für Nähe und Unerreichbarkeit.
Biennale-Kontext
Die Uraufführung stand am Beginn der 13. Münchener Biennale und wurde intensiv diskutiert. Die Pressestimmen zeigen die Spannung dieses Abends: Respekt vor der Sorgfalt des Zugriffs, zugleich Kritik an der Schwierigkeit des Stoffes und seiner musiktheatralischen Form.
Video
Presse & Kritiken
L'absence
„... approached ‹L'absence› with great care and respect.“
L'absence
„Jasmin Solfagharis Regie bietet Fragmente, Schlaglichter.“
Weitere Beiträge
L'ABSENCE (2006-2008)
Komponistinnenarchiv zur Uraufführung bei der Münchener Biennale: Regie Jasmin Solfaghari, Bühne Etienne Pluss, Kostüme Florence von Gerkan, Leitung Rüdiger Bohn.
Beitrag öffnenVor und hinter der Klangmauer
Juan Martin Koch bespricht die Biennale-Uraufführung und beschreibt Solfagharis szenische Arbeit in den neonumrandeten, beweglichen Bühnenkästen von Etienne Pluss.
Beitrag öffnenUmfassende Abwesenheiten
Jörn Florian Fuchs ordnet „L'Absence“ als Biennale-Auftakt ein und dokumentiert Regie, musikalische Leitung, Ort und Ensemblekontext.
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