Zeitgenössische Oper · 2012
L'absence
Sarah Nemtsov
Münchner Biennale, Muffathalle (Muffatwerk)
Uraufführung bei der 13. Münchener Biennale für neues Musiktheater.
Bilder zur Inszenierung L'absence
Besetzung
- Sopran
- Tehila Nini Goldstein
- Bariton
- Assaf Levitin
- Countertenor
- Bernhard Landauer
- Gesprochen
- Peter Pruchniewitz
Team
- Musikalische Leitung
- Rüdiger Bohn
- Inszenierung
- Jasmin Solfaghari
- Bühne
- Etienne Pluss
- Kostüme
- Florence von Gerkan
Konzept & Wirkung
Sarah Nemtsovs „L'absence“ wurde 2012 bei der Münchener Biennale uraufgeführt. Nach Edmond Jabès' „Buch der Fragen“ verhandelt das Musiktheater Verlust, Erinnerung, jüdische Geschichte und die Frage, ob traumatische Abwesenheit überhaupt erzählbar ist. Jasmin Solfaghari inszenierte den Abend als Folge von Fragmenten, Begegnungen und transparent getrennten Räumen.
Fragment als Form
Die Inszenierung nimmt die gebrochene Text- und Klangstruktur ernst. Statt psychologischer Geschlossenheit entstehen Schlaglichter: Figuren treten auf, verschwinden, werden verdoppelt oder durch Wände voneinander getrennt. Gerade diese Bruchstücke bilden den szenischen Zugang zu Nemtsovs Partitur.
Begehbares Buch
Etienne Pluss' Bühnenraum arbeitet mit mobilen, transparenten Elementen und neonartigen Linien. Er wird zum begehbaren Buch, in dem Seiten, Erinnerungen und Körper neu angeordnet werden. Solfagharis Regie nutzt diese Beweglichkeit als visuelle Grammatik für Nähe und Unerreichbarkeit.
Biennale-Kontext
Die Uraufführung stand am Beginn der 13. Münchener Biennale und wurde intensiv diskutiert. Die Pressestimmen zeigen die Spannung dieses Abends: Respekt vor der Sorgfalt des Zugriffs, zugleich Kritik an der Schwierigkeit des Stoffes und seiner musiktheatralischen Form.
Video
Presse & Kritiken
L'absence
„... approached ‹L'absence› with great care and respect.“
L'absence
„Jasmin Solfagharis Regie bietet Fragmente, Schlaglichter.“
L'absence
„‚Die Abwesenheit‘ enthält starkes Potenzial, um mahnend auf die Verbrechen der Menschheit hinzuweisen, die nie passieren dürften und sich doch immer wiederholen auf der Welt. Das haben auch die Komponistin und Regisseurin Jasmin Solfaghari weitgehend gelungen umgesetzt … Lang anhaltender Applaus des Publikums würdigte die Gesamtleistung der Mitwirkenden.“
L'absence
„Sarah Nemtsovs Oper ‚L'Absence‘ erzählt von seelischer Zerstörung in der Folge des Holocausts … Regisseurin Jasmin Solfaghari zeigt eine schlüssige Personenführung … Sehr freundlicher Applaus.“
L'absence
„Größte Anspannung und höchste Not stecken in diesem Erzähler wie in allen andern Figuren. Unheilschwanger das Gemurmel des Rabbinerchors … Regisseurin Jasmin Solfaghari hat das Maximum an szenischen Möglichkeiten dem Stück entlockt … Starke Momente gibt es in diesen 100 Minuten. Archaisierendes Stimmengewirr, skurrile Stolpereien, lichtglitzernde Wolken.“
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