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Oper · 2008

Tannhäuser

Richard Wagner

Oper Köln

Kölner Wagner-Produktion mit Markus Stenz und dem Gürzenich-Orchester Köln.

Tannhäuser, Oper Köln 2008 - Archivbild solfaghari.com
Tannhäuser, Oper Köln 2008 - Archivbild solfaghari.com

Team

Musikalische Leitung
Markus Stenz
Inszenierung
Jasmin Solfaghari
Bühne
Frank Philipp Schlössmann
Kostüme
Mechthild Seipel

Konzept & Wirkung

Jasmin Solfagharis „Tannhäuser“ an der Oper Köln stellte Wagners Konflikt zwischen Sinnlichkeit, gesellschaftlicher Ordnung und Erlösungssehnsucht in eine kühle Gegenwart. Der Bühnenraum von Frank Philipp Schlössmann, die Kostüme von Mechthild Seipel und Markus Stenz mit dem Gürzenich-Orchester rahmten eine Lesart, in der besonders Elisabeths Weg durch eine verkrustete Gesellschaft ins Zentrum rückte.

Gesellschaft statt Wartburg-Idylle

Die Inszenierung verlegt den Sängerkrieg in eine sachliche, verglaste Gegenwart. Aus höfischer Romantik wird eine soziale Ordnung, die sich selbst als zivilisiert zeigt und doch Ausschluss, Begehren und moralische Kontrolle produziert. Der Jahrmarkt der Eitelkeiten ersetzt das historisierende Tableau.

Elisabeths Erzählstrang

Die überlieferte Weser-Kurier-Kritik beschreibt Elisabeths scheiternden Emanzipationsversuch als stärksten Erzählstrang des Abends. Ihr Suchen unter den Pilgern, ihr Selbstverletzungsbild und die blutige Kreuzzeichnung verdichten Wagners Erlösungspathos zu einer konkreten szenischen Setzung.

Wagner in Köln

Die Kölner Produktion steht in einem Hauskontext, in dem Markus Stenz Wagner mit dem Gürzenich-Orchester groß anlegte. Solfagharis Zugriff wurde in der Presse kontrovers aufgenommen, aber gerade diese Spannung macht die Seite wichtig: Sie zeigt eine Regiearbeit an einem zentralen Wagner-Werk, in der Gegenwart, Frauenbild und gesellschaftliche Erstarrung offen verhandelt werden.

Presse & Kritiken

Hoffnungsferne Gesellschaftsdämmerung vor einem nachtblauen Firmament

„Der scheiternde Emanzipationsversuch Elisabeths … ist der bezwingendste Erzählstrang.“
Sigrid Schuer · Weser-Kurier · 19.03.2008

Tannhäuser in Köln

„Solfaghari übersetzt dazu Wagner in sachliche Gegenwart.“
Regine Müller / Stefan Keim · WELT · 23.03.2008

Weitere Beiträge

Wagner Discography · 2008

Tannhäuser 2008-04-18 Stenz Köln

Dokumentiert die Kölner Produktion mit Markus Stenz, Chor und Extrachor der Oper Köln, Gürzenich-Orchester Köln und der Besetzung um Torsten Kerl, Camilla Nylund, Dalia Schaechter und Miljenko Turk.

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WELT · 23.03.2008

„Tannhäuser“ in Köln

Kurzkritik zu Solfagharis Kölner Deutung in sachlicher Gegenwart und verglastem Raum, mit Würdigung von Camilla Nylund und Miljenko Turk.

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Oliver Binder · 2008

… ohne dabei zu sehr von Frömmigkeit hingerissen zu sein.

Programmhefttext zur Kölner „Tannhäuser“-Inszenierung von Jasmin Solfaghari an der Oper Köln mit Bühne von Frank Philipp Schlössmann und Kostümen von Mechthild Seipel.

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